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Parkinson – unsere Therapie

Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Lebensqualität langfristig zu erhalten
Parkinson ist eine chronische Nervenerkrankung, die zwar nicht heilbar, aber dennoch in der Regel gut behandelbar ist. Unsere Spezialisten in der zertifizierten Parkinson-Fachklinik in Neustadt, direkt an der Ostsee, bieten Ihnen für diese Erkrankung eine umfangreiche und individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Therapie an. Die Parkinsonbehandlung besteht aus einer Kombination von Medikamenten und therapeutischen Maßnahmen, wie beispielsweise spezieller Physiotherapie, Ergotherapie, Tanzen oder auch Kursen im hauseigenen Bewegungsbad. Darüber hinaus vermitteln wir Ihnen oder Ihren Angehörigen auch weitere Hilfsangebote, wenn Sie zum Beispiel Ihre Ernährung anpassen möchten oder Unterstützung bei der Bewältigung einer möglicherweise mit Ihrer Parkinsonerkrankung einhergehenden Depression benötigen.

Unsere Klinik bietet neben der allgemeinen Komplextherapie eine spezifische Behandlungseinheit für Beschwerden am Rücken und an den Gelenken beziehungsweise zur Sturzprophylaxe an. In der Klinik erfolgt auch die Indikationsstellung für die Anlage eines Hirnschrittmachers, die sogenannte Tiefenhirnstimulation. Nach auswärts erfolgtem Eingriff können wir die Schrittmacher individuell programmieren. Auch die Einstellung auf die Pumpentherapie (Apomorphin und Duodopa) und die Anlage der Sonden ist in unserem Haus möglich.

Eine besondere Spezialität unserer Klinik ist die Therapie und Vermeidung von Rücken- und Gelenkbeschwerden in enger Zusammenarbeit mit unserer Klinik für Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie. Hier steht die Vermeidung einer Operation im Vordergrund. Falls diese jedoch erforderlich ist, wird der Operations- und Genesungsverlauf intensiv durch unsere Parkinsonspezialisten begleitet. Für diese Indikationsstellung kommen Betroffene aus der gesamten Bundesrepublik in unsere Klinik. Für alle anderen Indikationen kommen unsere Patientinnen und Patienten in erster Linie aus Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen) und Nordrhein-Westfalen.
 

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Andrés Ceballos-Baumann

Zwei ältere Personen halten sich an den Händen und gehen lächelnd im Freien, im Hintergrund zwei weitere Personen, eine mit pinkem Luftballon

Individuelle Behandlung nach Maß

Die Parkinsonbehandlung besteht für die meisten Betroffenen aus den zwei Bausteinen medikamentöse Behandlung und aktivierende Therapien. Dazu zählen beispielsweise die Physiotherapie und die Logopädie. Hinzu kommen bei bestimmten Problemen im Langzeitverlauf, wie raschen Wirkungsschwankungen der Medikamente und überschießenden Bewegungen, geräteunterstützte Therapien, wie die tiefe Hirnstimulation („Hirnschrittmacher“), und Medikamentenpumpen für Dopaminersatzstoffe. Gemeinsam mit Ihnen und Ihren Angehörigen stimmt unser ärztliches und therapeutisches Personal zu Beginn einer Behandlung die für Sie entscheidenden und in Ihrer jeweiligen Krankheitsphase im Vordergrund stehenden Behandlungsziele ab. Auf dieser Basis legen unsere Experten den darauf ausgerichteten medikamentösen und therapeutischen Behandlungsmix fest.

Medikamentöse Behandlung

Parkinson: Dopamin-Ersatzstoffe
Die wichtigsten Medikamente zur Behandlung eines Parkinsonsyndroms sind die Dopamin-Ersatzstoffe (DOPA-Präparate, COMT-Hemmer, MAO-B-Hemmer und Dopaminagonisten). Eine durch erfahrene und spezialisierte Neurologinnen und Neurologen austarierte Einstellung kann eine spürbare Reduzierung der Symptome erreichen. Allerdings kann es im Verlauf einer langjährigen Dopamin-Einnahme zu Wirkungsschwankungen kommen, die sich zum Beispiel in überschießenden Bewegungen oder Bewegungsunfähigkeit zeigen. In manchen Fällen kann eine tiefe Hirnstimulation („Hirnschrittmacher“) oder der Einsatz einer Medikamentenpumpe sinnvoll werden.

Parkinson: Apomorphin-Pumpentherapie
Die Apomorphin-Pumpentherapie hilft, die Symptome bei fortgeschrittenem Parkinson zu mildern. Sie ist für Patientinnen und Patienten geeignet, die an Wirkungsschwankungen von levodopahaltigen Präparaten oder an unwillkürlichen Bewegungen in sogenannten On-Phasen leiden.

Die Apomorphin-Pumpe funktioniert ähnlich wie eine Insulinpumpe für Diabetiker: Sie führt dem Körper kontinuierlich den Dopamin-Ersatzstoff Apomorphin zu. Das geschieht über eine sehr kleine Nadel, die einmal am Tag an die Haut gelegt wird. Die dauerhafte Zufuhr von Apomorphin ermöglicht einen gleichmäßigeren Blutspiegel als jede orale Medikation.
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Für die Dosisfindungs- und Umstellungsphase ist ein stationärer Aufenthalt nötig. Zu Hause brauchen Sie dann eine Spezialbetreuung: Das morgendliche Auffüllen und Einschalten der Pumpen können Angehörige oder ein Pflegedienst übernehmen.

Aktivierende Therapien

Bereits im frühen Stadium setzen wir, begleitend zur medikamentösen Behandlung, sogenannte aktivierende Therapien ein, um Ihre Symptome zu verbessern.
Dazu gehören:
  • Physiotherapie, um Ihre Beweglichkeit, Körperstabilität und Reaktionsfähigkeit zu fördern
  • Ergotherapie, um Sie im Alltag zu unterstützen und Ihre Selbstständigkeit zu bewahren
  • Stimmtherapie/ Sprechtherapie, um Ihre Sprache so lange wie möglich zu erhalten
  • Schlucktherapie
  • psychologische Verfahren
  • Zudem bieten wir Ihnen ein großes Spektrum an innovativen Therapien, wie LSVT-BIG, Yoga, Sturzprophylaxeprogramme, E-Health, Tanz-Therapie und das Münchner Anti-Freezing-Training (MAFT).
Eine enge Zusammenarbeit mit den Spezialisten der orthopädischen Fachzentren und den Schmerzexperten der Schön Kliniken ermöglicht zudem einen erweiterten und ganzheitlichen Blick auf möglicherweise durch Parkinson bedingte Schäden am Bewegungsapparat und Schmerzen.

E-Health – Therapie mit Spielekonsolen

Spielekonsolen und Computerspiele galten bisher als reine Freizeitbeschäftigung. Dabei können sie auch als therapeutische Hilfe eingesetzt werden. Die virtuelle und vernetzte Welt kann Beeinträchtigungen, wie verminderte Schrittlänge, langsames Gehtempo, Sturzgefahr und Freezing, durch akustische und visuelle Signale regulieren. Aufmerksamkeit, Konzentration und Motivation werden durch das digitale Spiel besonders angesprochen. Durch die Kombination aus Instruktion und Feedback können Parkinsonpatientinnen und -patienten ihr Bewegungsmuster korrigieren.
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Nintendo Wii zum Beispiel ist bei leicht betroffenen Patientinnen und Patienten gut einsetzbar, da es nicht primär mit der Krankheit assoziiert wird. Der Lerneffekt wird durch den Spaß am Spiel noch unterstützt. Zudem spornt der Score am Ende einiger Spiele zu größeren Leistungen und Verbesserungen beim nächsten Training an.

Tanztherapie

Wenn jede Bewegung beschwerlicher wird, die Schritte immer kleiner werden, die Motorik nicht mehr will, dann ist es schwer, für Bewegung zu begeistern. Die Lösung: Tanzen auf Rezept.

Tanzen macht nicht nur Spaß, sondern macht nachgewiesen auch langfristig wieder mobiler, denn Tango, Walzer und Foxtrott verbessern die Balance, Gehgeschwindigkeit und Schrittlänge.

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