
Cerebralparese (ICP)
Früh erkennen, richtig behandeln
Wir begleiten Ihr Kind von Anfang an
Die Behandlung der Cerebralparesen in der Schön Klinik Vogtareuth orientiert sich am Alter Ihres Kindes und an der Schwere der Beeinträchtigung. Sie bedarf immer der Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen, wie zum Beispiel ärztlichen und therapeutischen Personals, und häufig auch der fachübergreifenden Kooperation der Fachrichtungen Kinderneurologie, Kinderorthopädie und Kinderneurochirurgie.
Ausgehend vom individuellen Erkrankungsbild des Kindes sowie den Erwartungen und Zielen Ihres Kindes und Ihrer Familie erstellen wir ein individuelles Behandlungskonzept und bieten umfassende Therapie und Versorgung: vom frühesten Kindesalter bis zur Überleitung in die Erwachsenenmedizin.
Unser Therapie-Angebot erstreckt sich über die gesamte Breite, von konservativ über operativ bis rehabilitativ. Ziel ist, bestehende Funktionsstörungen zu korrigieren oder zu optimieren und die Handlungsfähigkeit und die Aktivität im Alltag zu verbessern. Technik und Kompensationsstrategien kommen zum Einsatz, um die Teilhabe des Kindes zu ermöglichen und zu verbessern.
Eine Zustandsverbesserung kann mit diesem mehrdimensionalen Ansatz für jede Patientin und jeden Patienten erreicht werden.
Cerebralparese: Therapie und Therapieplanung
Grundlage der Therapie und Therapieplanung ist die internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF), die von der Weltgesundheitsorganisation erstellt worden ist. Diese beschreibt eine Gesundheitsstörung in einem biopsychosozialen Modell. Dadurch können alle Aspekte einer Erkrankung vollumfänglich erfasst werden.
Auf der ICF-Ebene der Struktur und Funktion geht es beispielsweise um den Zuwachs an Muskelkraft, die Regulation eines zu hohen oder zu niedrigen Muskeltonus und die Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit. Dies wird erreicht durch Physio- und Ergotherapie. Auch die gesamte Orthetik („Schienen“) und die Hilfsmittelversorgung nehmen hier einen breiten Raum ein.
Es kann notwendig oder vorteilhaft sein, auch medikamentöse oder operative Verfahren zur Anwendung zu bringen. Diese Maßnahmen stimmen wir in der Schön Klinik Vogtareuth genau aufeinander ab.
Vorsorge ist wichtig
Auf der Ebene der Aktivität und Partizipation geht es um die „großen Themen“ wie Mobilität (mit und ohne Hilfsmittel), Arm- und Handgebrauch, Selbstversorgung im Alltag, Kommunikation, Wissenserwerb und Wissensanwendung, interpersonelle Interaktion und Teilhabe am Gemeinschaftsleben. Hierbei spielen die Therapien wiederum eine ganz wichtige Rolle.
Die ICF berücksichtigt darüber hinaus sogenannte Umweltfaktoren. Diese können im jeweiligen Individuum begründet sein (zum Beispiel Motivation und Ausdauer) oder in seinem sozialen Umfeld. Sie zeigen sich aber auch ganz konkret in den äußeren Bedingungen: Wie behindertengerecht ist der Kindergarten oder die Schule des Kindes ausgestattet? Auch hier greifen wir bei Bedarf ein: Unser psychosozialesTeam ist dafür bestens ausgebildet und sehr erfahren.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Sowohl den Gesundheitszustand als auch den Therapie-Erfolg überprüfen wir mit standardisierten und hoch qualitativen Untersuchungsinstrumenten, die wir individuell auswählen. Hierzu zählt zum Beispiel die dreidimensionale Ganganalyse, mit der wir hochkomplexe Funktionsstörungen detailliert erfassen und ärztlich beurteilen können. Zusätzlich kommen Methoden zum Einsatz, die das subjektive Empfinden und die Patientenperspektive beinhalten.
Ziel ist eine Therapie, die unter Ausschöpfung aller konservativen und operativen Möglichkeiten bestehende Funktionsstörungen korrigiert oder optimiert. Dabei stehen Handlungsfähigkeit und Aktivität im Alltag im Zentrum. Auch Kompensationsstrategien kommen zum Einsatz, wenn diese für die Teilhabe förderlich sind.
Mit diesem mehrdimensionalen Ansatz können wir für nahezu jede Patientin und jeden Patienten eine Zustandsverbesserung erreichen.
Spezifische Behandlungsansätze
- Intensivtherapien für bestimmte Krankheitsbilder wie Hemiparese (Halbseitenlähmung), Aphasie (Sprachstörungen) und Mobilitätseinschränkungen
- sonografisch gesteuerte Injektionen von Botulinumtoxin zur Therapie von spastischen und dystonen Bewegungsstörungen
Neurochirurgische Verfahren
- Implantationen von Medikamentenpumpen zur Senkung eines pathologisch erhöhten Muskeltonus
- Implantationen von Tiefenhirnstimulationselektroden bei Patientinnen und Patienten mit Dystonie.
Unter Dystonie versteht man Bewegungsstörungen, die im Gehirn verursacht werden.
Neuroorthopädische/kinderorthopädische operative Techniken
- Weichteiloperationen wie Muskeleinkerbungen und Muskelursprungsverlagerungen sowie Sehnenverlängerungen
- besondere Expertise bei der sogenannten Ulzibat-Methode, eine für Patientinnen und Patienten besonders schonende Technik zur Lösung bindegewebiger Strukturen im Muskel und zur Muskelverlängerung
- knöcherne Operationen, wie die operative Korrektur einer Hüftgelenkluxation oder Verfahren zur Angleichung von Beinlängendifferenzen
Was nicht vergessen werden darf
Kinder und Jugendliche haben ein erhöhtes Risiko für begleitende, manchmal sogar den Gesundheitszustand dominierende Erkrankungen (zum Beispiel Epilepsie). Hier muss das Behandlungsteam besonders aufmerksam sein. In den Schön Kliniken haben wir die nötige Expertise dafür: Wir verfügen über die einzige pädiatrische Einrichtung in Deutschland, die sowohl als Epilepsie- als auch als Rehabilitationszentrum anerkannt ist.
Frühinterventionelle Behandlung von Kindern mit Cerebralparese
Unterschiedliche Behandlungsansätze, widersprüchliche Empfehlungen und lange Wartezeiten erschweren den Zugang zu einer effektiven Therapie. Genau hier setzt unser Konzept „MOVE“ an: Eine multidisziplinäre, frühzeitige und mobilitätserhaltende Behandlung, die die Gehfähigkeit mobiler Kinder verbessert, die Lebensqualität immobiler Kinder erhöht und die bisher häufig notwendigen großen Spätoperationen erübrigt.
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Unsere Spezialisten


Dr. Fahd Alsalloum
Leitender Oberarzt
Dr. Thomas Herberhold
ChefarztKonservative Epileptologie

Dr. Jan Lotte
OberarztNeuropädiatrie

Dr. Mirjam Schweitzer-Martin
Oberärztin
Dr. Friederike Studt
Oberärztin
Dr. Astrid Theurer
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