Zwangsstörung – unsere Therapie

Raus aus den Zwängen
Wenn zwanghafte Gedanken und Handlungen Ihr Leben kontrollieren, ist ein normaler Alltag fast unmöglich. Unsere Therapie in der Schön Klinik Bad Bramstedt hilft Ihnen dabei, Ihre Zwänge hinter sich zu lassen und wieder die Kontrolle über Ihr Leben zu übernehmen. Nach intensiven Gesprächen und einem Zwangsstörungstest zur ausführlichen Analyse Ihrer aktuellen Situation erstellen unsere Experten einen individuellen Behandlungsplan mit unterschiedlichen Einzel- und Gruppentherapien. Bei Bedarf können wir in Absprache mit Ihnen auch Medikamente als Ergänzung zur Psychotherapie einsetzen.

Ziel der Behandlung ist für Sie zu erfahren, dass Sie durch Zwangsgedanken ausgelöste unangenehme Gefühle und Empfindungen auch ohne die Ausübung von Zwangshandlungen bewältigen können. Sie lernen, die erlebten Zwänge zu verstehen und Techniken dagegen zu entwickeln. Nach intensiver Vorbereitung Ihres Therapeuten werden Sie Schritt für Schritt an Situationen herangeführt, die Ihre Zwänge auslösen. Mit Hilfe neu erworbenen Strategien und Fertigkeiten werden Sie diese nach und nach überwinden können. Diese Art von Selbsthilfe soll Ihnen nach der Therapie dabei helfen, in Zukunft kritische Situationen zu meistern und Rückfälle zu verhindern.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Ulrich Voderholzer

Vier Personen in hellem, modernem Raum im Stuhlkreis, Frau moderiert Gruppentherapie, andere hören aufmerksam zu

Zwangsstörung – unsere Therapie

In der Schön Klinik Bad Bramstedt nördlich von Hamburg behandeln wir seit mehr als 25 Jahren Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet mit spezifischen psychotherapeutischen Behandlungskonzepten auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie. Unsere ärztlichen und therapeutischen Mitarbeitenden arbeiten in multiprofessionellen Teams fachübergreifend zusammen, um das bestmögliche Behandlungsergebnis für die Betroffenen zu erzielen.

Zwangsstörungen zeigen sich in verschiedensten Ausprägungen von Zwangsgedanken bis Zwangshandlungen, die Symptome sind individuell mitunter sehr verschieden.

Die Verhaltenstherapie setzt direkt bei den zwanghaft ausgeführten Handlungen oder Gedanken an. Dabei arbeiten wir in unserem Behandlungsschwerpunkt Zwangsstörungen insbesondere mit Gruppentherapien. Begleitend hierzu finden einzeltherapeutische Sitzungen statt, in denen beispielsweise die Diagnostik vorangetrieben oder das individuelle Störungsmodell vertieft wird.

Bereits zu Anfang der Behandlung bestehende zentrale Gruppentherapien sind beispielsweise die Problemlösegruppe, die Achtsamkeitstherapie sowie die Bewegungstherapie. Hinzu kommen Psychotherapiegruppen, die in spezifischen Phasen angeboten werden und dann zum jeweiligen Zeitpunkt individuell durch die Bezugstherapeutin beziehungsweise den Bezugstherapeuten verordnet werden. Hierzu zählen zum Beispiel die sogenannte Indikativgruppe Zwang, gruppentherapeutische Nachbearbeitungen von Expositionsübungen oder auch die Kunsttherapie.

 

Phasenkonzept

Unsere Patientinnen und Patienten mit einer Zwangserkrankung behandeln wir stationär nach einem Phasenkonzept. Dabei folgen drei Phasen mit spezifischen Zielen und Inhalten aufeinander.

Phase eins dient dazu, dass Sie sich in das stationäre Setting integrieren können und ein besseres Verständnis für das Störungsbild erhalten. Dazu erarbeiten Sie mithilfe Ihrer Bezugstherapeutin beziehungsweise Ihres Bezugstherapeuten Ihr individuelles Erklärungsmodell. Sie lernen besser zu verstehen, was Sie dazu bringt, die Zwänge aufrechtzuerhalten. Und wir vermitteln Ihnen das Prinzip der Exposition, also der Konfrontation mit problembehafteten Situationen, Orten oder Verhaltensweisen. Und schließlich helfen wir Ihnen in dieser ersten Phase dabei, Ihre Eigenmotivation für die Zwangstherapie zu entwickeln und zu stärken.

Phase zwei dient der Fokussierung auf eine hochfrequente, therapeutisch gestützte Expositionsbehandlung („Expo“). Mithilfe zusätzlicher Psychotherapiegruppen (Expo-Reflexionsgruppen, Außenexposition; siehe unten ) und Anleitung in der Einzelsitzung mit Ihrer bezugstherapeutischen Ansprechperson sowie gegebenenfalls weiterer therapeutisch begleiteter Expositionen helfen wir Ihnen dabei, sich zunehmend eigenständig und unter therapeutischer Vor- und Nachbereitung mit den Situationen zu konfrontieren, die für Sie problembehaftet sind. Ziel ist es, Sie darin zu unterstützen, jeden Wochentag eine Expositionsübung (beziehungsweise ein Verhaltensexperiment) durchzuführen und auch Pausen angemessen zu planen.

Phase drei dient der Rückfallprophylaxe und Vorbereitung der Entlassung. Hierfür arbeiten wir gemeinsam mit Ihnen Funktionalitäten und potenzielle Stressoren in Ihrem häuslichen Umfeld heraus und besprechen erste Lösungsansätze.

Einzeltherapie

Begleitend zu den Gruppentherapien erhalten unsere Patientinnen und Patienten Einzeltherapien. Aufgabe der Einzeltherapie ist es, einen Rahmen zu bieten, der die Behandlung unterstützt, den Therapieprozess individuell zu begleiten und Inhalte zu vertiefen. Potenziell zu jedem Zeitpunkt setzen wir, falls notwendig, auch Differenzialdiagnostik ein und behandeln weitere zeitgleich auftretende psychische Krankheitsbilder mit. Denn nicht selten gehen Zwangsstörungen einher mit Depressionen, Angst oder anderen psychischen Erkrankungen. Zum Ende unserer stationären Behandlung erfolgen Rückfallprophylaxe und Entlassungsmanagement, in dessen  Rahmen wir mit Ihnen die Nachsorge und Fragen zur Nachbehandlung besprechen.

Medizinische Behandlung

Während des stationären Aufenthalts wird die medizinische Versorgung durch eine Bezugsärztin oder einen Bezugsarzt sichergestellt. Neben einer körperlichen Diagnostik zu Beginn des stationären Aufenthalts (Labor, EKG, körperliche Untersuchung, vertiefte medizinische Anamnese) erfolgen im Verlauf eine individuelle Prüfung und Bewertung bestehender Medikation beziehungsweise die Prüfung der Indikation für eine psychopharmakologische Behandlung.

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