Loch im Herz (Shuntvitium)

Wir verhelfen Ihnen wieder zur Herzgesundheit

Als Loch im Herz oder Shuntvitium bezeichnet man einen Defekt in der Trennwand zwischen den Vorhöfen (Vorhofseptumdefekt, offenes Foramen ovale) oder den Herzkammern (Ventrikelseptumdefekt). Beide Defekte sind meist angeboren. Sie können aber auch später im Leben entstehen, beispielsweise kann sich ein Ventrikelseptumdefekt nach einem Herzinfarkt ausbilden.

Durch das Loch in der Trennwand fließt Blut, das dem Kreislauf verloren geht, und das Herz muss das fehlgeleitete Blut erneut pumpen. Kleine Löcher, die keine Überlastung des Herzens verursachen, müssen nicht behandelt werden. Ab einer bestimmten Größe sollte jedoch ein Verschluss des Loches erfolgen, da die Menge des fehlgeleiteten Blutes sonst zu einer Überlastung des Herzens führt. Unsere erfahrenen Spezialisten in den Herzzentren der Schön Kliniken setzen für das Verschließen des Lochs in Ihrem Herzen auf besonders schonende Techniken und sind auch menschlich für Sie da, um Sie herzgesund und mit einem sicheren Gefühl zurück in den Alltag zu entlassen.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Peter Radke

Angeborenes Loch im Herz

Löcher im Herz gehören zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern. Dass sich die Scheidewände zwischen den Herzkammern oder den Vorhöfen nicht richtig schließen, kann unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigste Form, das „fortbestehende ovale Loch“ (persistierendes Foramen ovale, PFO), bezeichnet eine Öffnung in der Trennwand zwischen den beiden Herzvorhöfen, die sich normalerweise nach der Geburt verschließt. Etwa ein Viertel der Erwachsenen hat dieses Loch im Herz jedoch weiterhin. Für die meisten von ihnen stellt dies kein Problem dar. Allerdings können unter Umständen durch das persistierende Foramen ovale Blutgerinnsel aus dem venösen System in das arterielle System gelangen und hier zum Beispiel einen Schlaganfall verursachen. Daher sollte bei Patientinnen und Patienten mit einem stattgehabten Schlaganfall unter bestimmten Voraussetzungen ein vorhandenes persistierendes Foramen ovale verschlossen werden.

Silbernes Stethoskop auf ausgedrucktem EKG mit sichtbarer Herzlinienkurve

Loch im Herz: Symptome erkennen

Viele Menschen bemerken ein Loch im Herz lange nicht, da bei ihnen keine Symptome auftreten, während andere Betroffene mit deutlichen Beschwerden zu kämpfen haben. Ob und wie stark Beschwerden auftreten, hängt unter anderem von der Größe des Lochs ab.

Zu den typischen Symptomen zählen Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Bei Säuglingen und Kindern kann es auf ein Loch im Herz hindeuten, wenn sie wenig trinken und nur wenig an Gewicht zulegen.

Herzgeräusche beim Abhören können ein weiterer Hinweis dafür sein, dass ein Loch in den Herzscheidewänden vorliegt. Darüber hinaus kann auch Blausucht, bei der sich das Blut aufgrund einer niedrigen Sauerstoffsättigung blau färbt, auf ein Loch im Herz hinweisen.

Ein aufgetretener Schlaganfall kann das erste Zeichen eines persistierenden Foramen ovale sein.

Ein Loch im Herz erkennen

Manchmal wird ein Loch im Herz bereits im Mutterleib bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um einen Zufallsbefund bei einer späteren Routineuntersuchung, insbesondere wenn das Loch im Herz bei den Betroffenen keine Symptome hervorruft. Treten Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Atemnot und Müdigkeit auf, nehmen wir im Rahmen der Diagnose in unseren Herzzentren auch immer eine Untersuchung auf ein Loch im Herz vor. Bestätigt die Diagnose das Vorliegen eines Lochs in der Herzscheidewand, sprechen unsere Experten je nach Größe und individuellem Risiko für Komplikationen eine Empfehlung für eine Behandlung aus – in vielen Fällen kann es erst einmal ausreichend sein, das Loch im Herz weiter zu beobachten.

Wie wir Ihr Loch im Herz diagnostizieren

Wenn Sie mit Symptomen zu uns kommen, die auf ein Loch im Herz hindeuten, führen wir zunächst ein ausführliches Gespräch, um Ihre Beschwerden besser zu verstehen und einzuordnen (Anamnese). Bei der folgenden körperlichen Untersuchung können wir mittels Abhören des Herzens (Auskultation) Septumdefekte feststellen, die mit einem auffälligen Herzgeräusch einhergehen. Für die Diagnose eines offenen Foramen ovale oder eines Vorhofseptumdefekts führen wir bei Ihnen einen Herzultraschall (Echokardiografie) und einen Schluckultraschall (transösophageale Echokardiografie) durch. Dabei setzen wir in unseren Herzzentren auf hochmoderne Geräte auf dem neuesten Stand der Technik.

Behandlung

Wir verschließen Ihr Loch im Herz - Wir verhelfen Ihnen schonend zur Herzgesundheit

Wenn das Loch in Ihrem Herz behandlungsbedürftig ist, führen wir eine Intervention durch, um das Loch zu verschließen und so Ihren Herz-Lungen-Kreislauf zu normalisieren. Eine Operation am offenen Herzen ist dabei nur in seltenen Fällen nötig, beispielsweise bei sehr großen Löchern mit einem Durchmesser von mehr als vier Zentimetern. Die meisten Löcher können wir heute über einen Herzkatheter verschließen. Bei diesem besonders schonenden Verfahren, das 30 bis 60 Minuten in Anspruch nimmt, erfolgt zunächst ein kleiner Einstich in eine Vene in der Leistengegend. Durch diese wird ein Führungsdraht bis in den rechten Herzvorhof geschoben. Der Fortschritt wird dabei mit einem bildgebenden Verfahren (Röntgenuntersuchung und – wenn notwendig – transösophageale Echokardiografie) kontrolliert. Der Draht und ein darüber vorgebrachter Katheter werden weiter durch das Loch im Herz in den linken Vorhof geschoben. Durch den Katheter wird dann ein flexibles Schirmchen geschoben, das sich im Loch entfaltet. Beim Zurückziehen des Katheters in den rechten Vorhof entfaltet sich dann ein zweites Schirmchen. Die beiden miteinander verbundenen Schirmchen dichten das Loch im Herz von beiden Vorhöfen aus durch den Druck ihrer Federkraft ab und wachsen in der Zeit nach dem Eingriff ins Gewebe ein, sodass das Loch dicht verschlossen bleibt.

Nach dem Eingriff bleiben Sie noch ein bis drei Tage zur Überwachung bei uns in der Klinik. In der Regel sind sie nach der Entlassung „herzgesund“ und können uneingeschränkt aktiv sein.
 

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