Kniegelenksnaher Oberschenkelbruch (distale Femurfraktur)

Wir stabilisieren Ihr Bein und geben ihm wieder Beweglichkeit

Der Oberschenkel (Femur) ist der längste Knochen des Körpers und besteht aus einem langen, sehr stabilen Schaft und einem kurzen Hals, der die Kugel des Hüftgelenks trägt. Bei einem körperfernen oder auch kniegelenksnahen Oberschenkelbruch (distale Femurfraktur) ist der Knochen im Bereich des Kniegelenks gebrochen. Es setzen umgehend starke Schmerzen ein, das betroffene Bein schwillt an und das Knie kann nicht mehr bewegt werden. Aufgrund verschobener Knochen kann es zudem zu einer Fehlstellung kommen. Offene Brüche müssen umgehend notfallmedizinisch versorgt werden.

Unsere Spezialisten in der Chirurgie der Schön Kliniken versorgen Ihren Oberschenkelbruch von der Notfallaufnahme bis hin zur Operation auf höchstem medizinischen Niveau, um Ihnen wieder zu schmerzfreier Belastbarkeit Ihres Beins zu verhelfen.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Christian Bahrs

Ursachen einer distalen Femurfraktur

Eine distale Femurfraktur gehört zu den seltenen Verletzungen des Oberschenkels und bezeichnet Frakturen, die zwischen der Kniegelenkslinie und bis zu 15 Zentimeter oberhalb davon liegen. Während bei jungen Patientinnen und Patienten vor allem schwere Unfälle (Hochrasanztraumata) die Ursache sind, können bei älteren Menschen bereits einfache Stürze mit direktem Aufprall (Niedrigrasanztraumata) zu einer distalen Femurfraktur führen. Dabei sind meistens Frauen betroffen, deren Knochenqualität aufgrund einer bestehenden Osteoporose bereits stark gemindert ist.
 
Mann hält sich schmerzhaft den Oberschenkel über dem Knie, Symbolbild distale Femurfraktur

Symptome einer distalen Femurfraktur

Klassische Symptome der distalen Femurfraktur sind starke Schmerzen sowie Schwellungen und Hämatome, die zu verstrichenen Kniekonturen führen. Die Fraktur kann zu einer Achsverschiebung führen, sodass das Knie nicht mehr bewegt werden kann. Darüber hinaus können Frakturen innerhalb der Kniegelenkskapsel (intraartikulär beziehungsweise partiell intraartikulär) zu einem erheblichen Gelenkerguss führen. Ein Kreislaufschock kann die Folge sein, der sich in Form von kaltschweißiger Haut, Frösteln und Zittern äußert. Auch Begleitverletzungen an Nerven (N. tibialis, N. peroneus communis), Gefäßen (A. und V. poplitea), Kreuzbändern und Kollateralbändern, am Innen- und Außenmeniskus oder an Knorpeln sind möglich.

Distale Femurfraktur: So stellen wir die Diagnose

Ein ausführliches Gespräch über den Unfallhergang (Anamnese) und eine eingehende körperliche Untersuchung liefern uns erste Anhaltspunkte und in der Regel deutliche Hinweise auf eine distale Femurfraktur. Um zu prüfen, ob bei Ihnen Begleitverletzungen des Gefäß- und Nervensystems vorliegen, untersuchen wir zudem die Motorik, Sensibilität und Durchblutung Ihres Beins. Daneben prüfen wir, ob weitere Verletzungen (Kettenverletzung) ausgeschlossen werden können. Zur weiteren diagnostischen Abklärung stehen uns bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspin), Ultraschall (Doppler-Sonografie) und Gefäßröntgen (Angiografie) zur Verfügung.
 

Bildgebende Diagnostikverfahren bei distaler Femurfraktur

Um den Verdacht auf eine distale Femurfraktur zu bestätigen, erstellen wir in einem ersten Schritt immer eine Röntgenaufnahme Ihres Kniegelenks mit Darstellung des kniegelenksnahen Oberschenkels. Liegt bei Ihnen eine Trümmer- oder Defektfraktur vor, fertigen wir meist auch eine Vergleichsaufnahme von Ihrem anderen Bein an. Zur weiterführenden Abklärung, insbesondere in Vorbereitung auf eine notwendige Operation bei Verletzungen innerhalb der Gelenkkapsel (intraartikulär), erstellen wir eine dreidimensionale Rekonstruktion mittels CT-Aufnahme. Mithilfe einer Doppler-Sonografie oder Angiografie lassen sich mögliche Gefäßverletzungen feststellen, die vor allem nach einem erlittenen Hochrasanztrauma vorliegen können.
 

Klassifikation: Frakturtypen einer distalen Femurfraktur

A-Fraktur: extraartikuläre Fraktur
A1-Fraktur: einfache Fraktur
A2-Fraktur: Keilfraktur
A3-Fraktur: Trümmerfraktur
B-Fraktur: partiell intraartikuläre Fraktur
B1-Fraktur: Fraktur des Condylus lateralis
B2-Fraktur: Fraktur des Condylus medialis
B3-Fraktur: frontaler Frakturverlauf
C-Fraktur: intraartikuläre Fraktur
C1-Fraktur: sowohl artikulär als auch metaphysär einfache Fraktur
C2-Fraktur: artikulär einfache, metaphysär multifragmentäre Fraktur
C3-Fraktur: artikulär multifragmentäre Fraktur
Vater und Tochter spielen gemeinsam Fußball auf sonniger Wiese im Park, beide bewegen sich aktiv

Unser therapeutisches Vorgehen bei distaler Femurfraktur

Das Ziel unserer Behandlung bei distaler Femurfraktur ist es, dass Sie schnellstmöglich schmerzfrei, die Gelenkflächen anatomisch wiederhergestellt und die Länge, Achse und Rotation des betroffenen Knochens stabil fixiert sind. So können Sie frühzeitig mit der Nachbehandlung beginnen, Ihr Bein wieder voll belasten und frei bewegen. Durch eine schnelle Mobilisation reduzieren wir für Sie zudem das Risiko möglicher Komplikationen, die mit längerer Liegezeit verbunden sind, wie Lungenentzündungen oder Thrombosen. Aus diesen Gründen und um Spätfolgen zu verhindern, behandeln wir eine distale Femurfraktur in der Regel operativ.

So behandeln wir eine distale Femurfraktur ohne Operation

Nur noch in seltenen und begründeten Ausnahmefällen behandeln wir eine distale Femurfraktur konservativ, ohne Operation, da so die Therapieziele in der Regel nicht erreicht werden können. Spätfolgen, wie anhaltende Bewegungseinschränkungen und ein fortschreitender Verschleiß des Kniegelenks (Gonarthrose), sind häufig. Wenn wir die distale Femurfraktur bei Ihnen nicht operieren können, besteht die konservative Behandlung darin, Ihr verletztes Bein über sechs bis zwölf Wochen ruhigzustellen. Dafür erhalten Sie von uns eine Oberschenkelgipsschiene, die später durch einen Oberschenkeltutor (Orthese zur Entlastung und Ruhigstellung) beziehungsweise eine Streckbehandlung (Extensionsbehandlung) ersetzt wird. Nach der Heilungsphase beginnen Sie mit physiotherapeutischen Übungen unter Anleitung, um schrittweise wieder beweglich zu werden und Ihre Muskulatur aufzubauen und zu stärken.

So operieren wir eine distale Femurfraktur

Mit der Operation der distalen Femurfraktur stellen wir Achse, Länge und Rotation Ihres Beins wieder her. Dies ist die Voraussetzung für eine schmerzfreie Belastbarkeit und zur Vermeidung von Spätfolgen wie Bewegungseinschränkungen und Verschleiß Ihres Kniegelenks. Bei einem offenen Bruch, ausgeprägten Trümmerbruch, starker Weichteilschwellung oder mehreren Verletzungen (Polytrauma) stellen wir Ihr Bein bis zur definitiven Versorgung zunächst vorübergehend mithilfe eines kniegelenkübergreifenden Gestells (Fixateur externe) ruhig. Im weiteren Verlauf sowie in allen anderen Fällen tunlichst innerhalb von 24 Stunden operieren wir den Bruch nach Möglichkeit über einen kleinen Schnitt in der Haut an Ihrem Oberschenkel (minimalinvasiv). Dabei stellen wir mittels winkelstabiler Platten, Nägel oder Schrauben eine Knochenverbindung (Osteosynthese) her, um Ihren Oberschenkel anatomisch genau zu rekonstruieren. In Einzelfällen, bei besonders schweren Verletzungen und bereits stark ausgeprägter Osteoporose, ist eine Osteosynthese unter Umständen nicht mehr möglich. In diesem Fall kann ein künstlicher Gelenkersatz (Totalendoprothese mit Ersatz des distalen Femur, TEP) für Sie infrage kommen. Hierzu beraten unsere Experten Sie individuell und ausführlich. Nach der Osteosynthese-OP können Sie in der Regel bereits am zweiten Tag mit physiotherapeutischen Übungen beginnen und Ihr Bein nach etwa zwölf Wochen wieder voll belasten.

Unsere Experten in den Schön Kliniken setzen alles daran, Ihnen schnell und ohne Einschränkungen wieder auf die Beine zu helfen.
 

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