Colitis ulcerosa
In guten Händen bei DarmerkrankungenDie Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Dickdarms. Die Darmschleimhaut und die Bindegewebsschicht, die darunter liegt, sind hier dauerhaft entzündet. Eine Colitis ulcerosa beginnt in der Regel schleichend, verläuft meist in Schüben und ist therapierbar, aber nicht heilbar. Für Betroffene kann sie deshalb sehr belastend sein.
Unsere auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisierten Ärztinnen und Ärzte in den Schön Kliniken stellen Ihnen eine zuverlässige Diagnose und verhelfen Ihnen durch eine gezielte Therapie zu mehr Lebensqualität.
Fachlich geprüft von Dr. Katja Staade
Wie entsteht Colitis ulcerosa?
Was eine Colitis ulcerosa verursacht, ist bislang nicht bekannt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die eine Entstehung der Dickdarmentzündung begünstigen können. Eine genetisch veranlagte, krankhaft gesteigerte Immunreaktion gegen die Darmflora, ähnlich wie beim Morbus Crohn, könnte eine Rolle spielen. Auch die Ernährung, Umweltfaktoren und Hygienestandards sowie Stress können die Erkrankung negativ beeinflussen und aktive Erkrankungsschübe auslösen. Männer und Frauen sind gleichermaßen häufig betroffen und erkranken meist im Alter zwischen 25 und 40 Jahren.

Symptome einer Colitis ulcerosa
Aufmerksam sollten Sie sein, wenn einige der folgenden Beschwerden parallel oder über einen längeren Zeitraum bestehen:
- Durchfall (häufig blutig/schleimig)
- schmerzhafter und extrem häufiger Harn- und Stuhlgang
- Bauchschmerzen im linken Unterbauch (oft krampfartig)
- Blähungen
- Übelkeit/Erbrechen
- Fieber über 38,5 °C
- Gewichtsabnahme
So stellen wir eine Colitis ulcerosa fest
Erhärtet sich nach diesen Erstuntersuchungen der Verdacht auf eine Colitis ulcerosa, nehmen wir weitere Untersuchungen vor. Ziel ist es, die Erkrankung durch eine eindeutige Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.

Erste Indikatoren: Blutbild und Ultraschall
Liegen bei Ihnen erhöhte Entzündungswerte vor, versuchen wir über eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie), die Entzündung in Dünn- oder Dickdarm zu lokalisieren und im Bild darzustellen. Der endgültige Befund Colitis ulcerosa kann jedoch ausschließlich auf Basis einer Darmspiegelung erfolgen.
Sichere Diagnose durch Darmspiegelung

Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden
Da die Krankheit in Schüben verläuft, behandeln wir diese gezielt, um die Symptome zu lindern. Das Ziel ist, dass Sie weitgehend beschwerdefrei sind und es für eine möglichst lange Zeit bleiben. Diese Phase der symptomlosen Erkrankung nennt man Remission. In den meisten Fällen lässt sich eine Colitis ulcerosa auf diese Weise gut kontrollieren. Nur in besonders schweren Fällen oder im Falle von schwerwiegenden Komplikationen kommt eine Operation infrage.
Medikamentöse Therapie und Ausgleich von Mangelerscheinungen
Welche Medikamente wir einsetzen, hängt von der Schwere der Erkrankung und der Stärke der Schübe ab sowie von der jeweiligen Phase, in der Sie sich befinden. Es gibt viele bewährte Wirkstoffe, wie Mesalazin, Glukokortikoide (Kortisonpräparate) oder Azathioprin. Immer häufiger und früher gelangen inzwischen gentechnisch hergestellte Medikamente (Biologika) zur Anwendung. Sie greifen an verschieden Stellen sehr gezielt in das Immunsystem ein, um die Entzündungsreaktion des Körpers zu vermindern. In allen Fällen wägen wir Nutzen und Risiko immer genau ab und binden Sie in jede Therapie-Entscheidung mit ein.
Darüber hinaus behalten wir Ihre Blutwerte im Blick, um gegebenenfalls auftretenden Mangelerscheinungen entgegenzuwirken.
Operative Behandlung
Operative Eingriffe können begründet sein, wenn Medikamente nicht mehr wirken oder die Krankheitsaktivität medikamentös nicht kontrolliert werden kann. Man spricht dann von einem therapierefraktären Verlauf. In diesen Fällen müssen der Dick- und der Enddarm vollständig entfernt werden. Sehr häufig kann jedoch die Kontinenz erhalten werden, die Patientinnen und Patienten werden mit einem sogenannten J-Pouch versorgt. Dabei handelt es sich um eine kleine „Tasche“, die aus Dünndarm gebildet wird.
Die zweithäufigste Ursache für Operationen ist die Entstehung von Vorstufen zu Darmkrebs oder bereits entstandener Darmkrebs. Patientinnen und Patienten mit einer Colitis ulcerosa haben nämlich ein etwas höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
Selten kann es bei einer Colitis ulcerosa zu Komplikationen, wie einer schnell voranschreitenden akuten Erweiterung des Dickdarms (toxisches Megakolon), kommen. Hier ist ein rascher chirurgischer Eingriff unvermeidlich.
Eine Entscheidungshilfe für oder gegen eine Operation bieten hier die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen zählen zu den anspruchsvollsten Gebieten der Bauchchirurgie. Die Experten der Schön Kliniken verfügen über langjährige Erfahrung mit dieser Erkrankung. Einige unserer Kliniken sind als Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) sowie der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Minimal-Invasive Chirurgie. Sie können also sicher sein, dass Sie auch im Falle einer nötigen oder möglichen Operation bei uns in guten Händen sind.
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