Arthrose des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose)

Schmerzen im Daumen und Handgelenk beseitigen

Die Arthrose im Daumensattelgelenk (Rhizarthrose) gehört, neben der Fingerarthrose (Heberden-Arthrose), zu den häufigsten Formen der Arthrose, des Knorpelverschleißes in den Gelenken. Unter Rhizarthrose versteht man die Arthrose des Daumensattelgelenks. Das Wort „Rhizarthrose“ kommt aus dem Griechischen: Rihza bedeutet Wurzel, arthron ist das Gelenk. Die Rhizarthrose kommt familiär gehäuft und bei Frauen öfters vor als bei Männern. Es sind deshalb wohl hormonelle als auch genetische Faktoren bei der Entstehung beteiligt.

Unsere erfahrenen Spezialisten in den Schön Kliniken unterstützen Sie mit therapeutischen, medikamentösen und operativen Verfahren dabei, Ihren Leidensdruck zu mindern.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Kai Megerle

Das Daumensattelgelenk – wozu ist es da?

Das Daumensattelgelenk ist das Gelenk zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem Os trapezium (großes Vieleckbein). Dieses Gelenk hat die Form eines Sattels, darum der Name. Das große Vieleckbein spielt eine wichtige Rolle für die volle Beweglichkeit des Daumens. Es ermöglicht die für den Menschen überaus wichtige Greif- und Haltefunktion des Daumens beziehungsweise der Hand.
Nahaufnahme von zwei älteren Händen, die das schmerzende Daumengelenk umfassen

Ursachen: So entsteht eine Rhizarthrose

Bei der Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose) kommt es zum Abrieb des Gelenkknorpels zwischen dem großen Vieleckbein (Trapezium) und dem ersten Mittelhandknochen am Daumen.
Dieses Gelenk, das aufgrund seiner Form Sattelgelenk genannt wird, ist extrem beweglich und bei allen Bewegungen, die der Daumen als Gegenspieler zu den übrigen Fingern ausübt, maßgeblich beteiligt.

​​​​​​​Sein großes Bewegungsausmaß ist unter anderem dafür verantwortlich, dass es vor allen Dingen bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr durch das Nachlassen der Spannung der das Gelenk stabilisierenden Bandsysteme häufig zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels kommt.

Symptome einer Rhizarthrose

Die typischen Symptome der Daumensattelgelenksarthrose sind belastungsabhängige Schmerzen im Daumen. So fallen viele Alltagsbewegungen, zum Beispiel das Schreiben, das Öffnen einer Flasche, das Zuknöpfen von Kleidungsstücken, sehr schwer.
Im Spätstadium kann es neben einem deutlichen Reiben im Gelenk zu einer sichtbaren Fehlstellung und zum schmerzbedingten Kraftverlust kommen.

Diagnostik: Diese Verfahren geben Aufschluss

Bei der klinischen Untersuchung lassen sich ein Druckschmerz sowie ein Kompressionsschmerz über dem Sattelgelenk sowie Schmerzen bei der Oppositionsstellung des Daumens provozieren.
Die Röntgenuntersuchung des betroffenen Gelenks zeigt eine Verschmälerung des Gelenkspalts, ein Abrutschen des Mittelhandknochens zur Speichenseite sowie die Bildung von Knochenanbauten (Osteophyten) im Gelenk.

Differenzialdiagnostisch von der Sattelgelenksarthrose abzugrenzen ist die Arthrose zwischen Kahnbein (Skaphoid) sowie großem und kleinem Vieleckknochen (Trapezium und Trapezoideum), die sogenannte STT-Arthrose.
Ärztin mit blauem Mundschutz und OP-Haube betrachtet Röntgenaufnahme einer Hand, zeigt mit Finger auf das Bild
Älterer Mann und Kind geben sich lachend ein High-Five auf dem Basketballplatz

Rhizarthrose: Behandlung und Therapie

Anfangs steht zur Behandlung das zeitweilige Tragen einer speziellen Daumenschiene im Vordergrund. Dieses soll das Gelenk entlasten. Das Voranschreiten der Erkrankung kann durch äußere Maßnahmen nicht verhindert werden. Je nach Belastung des Gelenks werden sich Betroffene mit den Möglichkeiten einer operativen Behandlung auseinandersetzen.

Rhizarthrose - Behandlung ohne OP

Im Frühstadium kann bei noch nicht nennenswerten radiologischen Veränderungen die Verwendung einer individuell angefertigten Ergoschiene in Kombination mit der Gabe nicht steroidaler Antiphlogistika die Symptome verbessern. Hilfreich kann auch eine ergotherapeutische Beratung zur Vermeidung von Bewegungsmustern sein, die das Sattelgelenk übermäßig beanspruchen.
Intraartikuläre Injektionen zunächst mit Hyaluronsäure, später mit Kortison, oder aber eine Radiosynoviorthese beenden die Kaskade der konservativen Therapiemaßnahmen.

 

Operative Behandlung einer Rhizarthrose

Bei noch vorhandenem Gelenkspalt und entsprechender Entzündungsreaktion kann als primäre operative Maßnahme eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) und Gelenktoilette mit ultrakleinen Optiken und Instrumentarien angeboten werden.
Dadurch wird zwar ein Fortschreiten der Krankheit nicht dauerhaft vermieden, aber für eine gewisse Zeit kann eine deutliche Schmerzreduktion erreicht werden.
Im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Gelenkspalt gänzlich aufgebraucht ist und die Schmerzen mit hohem Leidensdruck einhergehen, ist die Indikation zur operativen Entfernung des großen Vieleckknochens (Trapezektomie, Resektionsarthroplastik) gegeben.

Nachbehandlung einer Rhizarthrose

Nach einem derartigen Eingriff ist eine vier- bis sechswöchige Schienenruhigstellung notwendig, die ebenfalls in einer individuell angefertigten Ergoschiene erfolgt.
Vier Wochen nach der Operation wird mit spezieller Handtherapie zum Auftrainieren von Beweglichkeit und Einsetzbarkeit des Daumens begonnen.
Bis die endgültige Wiedereinsetzbarkeit der Hand im Alltag gegeben ist, vergehen häufig mehrere Monate, wobei die Schmerzen nach unseren und internationalen Erfahrungswerten nach sechs Monaten im Vergleich zu präoperativ deutlich gebessert sind.
 

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