Schwer betroffen nach Hirnverletzung – wo fange ich an?
Ein Entscheidungsrahmen für die Therapie schwer betroffener Klient:innen – von der Frührehabilitation über die Langzeitpflege bis zum Hausbesuch. 4-Tage-Kurs für Ergo- und Physiotherapeut:innen.
Schwer betroffene Menschen sind die anspruchsvollste Gruppe in der Neuroreha – und wenig von dem, was wir in der Ausbildung gelernt haben, ist auf sie zugeschnitten. Du stehst oft allein mit einem schwer betroffenen Menschen im Zimmer, und die erste Frage ist nicht „welche Technik“, sondern „womit fange ich an, und was bringt jetzt am meisten?“.
Dazu kommt: Spastik, Hypertonus und geringe Belastbarkeit lassen zögern – aus Sorge, etwas falsch zu machen, wird oft zu wenig getan. Im Hausbesuch und in der Langzeitpflege fehlen Gerät und zweite Person. Und weil Fortschritt schwer sichtbar ist, schwindet das Zutrauen, dass die Therapie überhaupt wirkt.
Dieser Kurs ist keine Technik-Sammlung. Im Zentrum steht ein klarer Entscheidungsrahmen: eine kleine, immer gleiche Abfolge von Fragen, mit der du bei jedem schwer betroffenen Menschen entscheidest, was Priorität hat – und woran du erkennst, dass es wirkt. Daran hängen die praktischen Inhalte:
- Manuelle Techniken trotz Spastik – nicht zur Spastik-Behandlung, sondern um Funktionen zu ermöglichen (z. B. das USG aus der Inversion lösen, um Stehen zu ermöglichen; BWS-Extension für Atmung und Aufrichtung).
- Bewegungsübergänge, mehrere Vertikalisierungsstrategien und Transfers als Training – alleine, im Team oder gerätearm fazilitiert.
- Messen am unteren Ende der Skala, damit auch kleine Veränderung sichtbar wird.
- Dosis und Timing als Wirkstoff – evidenzbasiert, mit ehrlicher Einordnung der Studienlage.
Kursinhalt:
Tag 1 – Denkrahmen & Fundament: Recovery- und neuroplastische Grundlagen, der Entscheidungsrahmen, Belastbarkeit und Sicherheit je Setting, Lagerung als Ausgangsstellung und Beobachtungsfenster, Messen kleiner Veränderung.
Tag 2 – Übergänge & obere Extremität: Liegen–Sitzen und Sitzen–Stand als repetitives Training; Schulter und Subluxation; Stütz- und Belastungsfähigkeit der oberen Extremität; die betroffene Seite gezielt einbinden statt umgehen.
Tag 3 – Vertikalisierung & Gehen: neurophysiologische Effekte, Vigilanz und Recovery; Vertikalisierung mit Geräten als Beispiel (Kipptisch, Stehtisch, Mobilizer u. a.) ebenso wie gerätearm im Wohnzimmer; Augen- und Kopfführung; erste Schritte.
Tag 4 – Transfer, ADL & Integration: Transfers als therapeutisches Kernelement und Plattform für repetitives Training; Hilfsmittel; Einstieg ins ADL-orientierte Training; eigene Fälle durchplanen und umsetzen.
Kurszeiten
Tag 1 immer 9:00-17:00 Uhr und an allen anderen Tagen 8:30-17:00 Uhr
Tag 1 immer 9:00-17:00 Uhr und an allen anderen Tagen 8:30-17:00 Uhr
Zielgruppe: Therapeuten
Kursleitung: Frau Anne-Gro Salmen
Maximale Teilnehmerzahl: 18
Termine
Donnerstag, 16. Dezember 2027 – Sonntag, 19. Dezember 2027
09:00–17:00 Uhr
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Preis: 600,00 €
09:00–17:00 Uhr
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Preis: 600,00 €
Kontakt Person

Joachim Wagner
Aus-, Fort- und Weiterbildung
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Tel.: 49 40 20 92 16 43