Skaphoidpseudarthrose (Kahnbeinpseudarthrose)

Wenn die Heilung der Handwurzelfraktur ausbleibt

Die Kahnbeinpseudarthrose bezeichnet den Folgezustand eines nicht zusammengewachsenen Kahnbeinbruchs. Eine Kahnbeinpseudarthrose kann über viele Jahre unerkannt bleiben und tritt oft erst als Zufallsbefund bei einer Röntgenuntersuchung, beispielsweise nach einem erneuten Sturz, zutage. 

Unsere erfahrenen Spezialisten in den Schön Kliniken behandeln Ihre Kahnbeinpseudarthrose operativ und begleiten Sie auch bei der Nachbehandlung.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Kai Megerle

Skaphoidpseudarthrose (Kahnbeinpseudarthrose)

Kommt es nach einem Kahnbeinbruch innerhalb von sechs Monaten nach dem ursächlichen Unfall nicht zu einem knöchernen Durchbau an der Bruchlinie, entsteht eine sogenannte Falschgelenkbildung (Pseudarthrose). Hierbei bildet sich zwischen den Bruchstücken narbiges Bindegewebe. Der Bruchspalt bleibt somit erhalten, was im Laufe der Zeit (meist Jahre) zu einer Gefügestörung der Handwurzel mit nachfolgender Zerstörung des Gelenkknorpels (Arthrose) führt. Am Ende steht der Kollaps der Handwurzel mit ausgeprägter Arthrose des Handgelenks.

Sitzende Person in heller Kleidung hält mit der rechten Hand das linke Handgelenk auf einem Sofa

Ursachen: Wie entsteht eine Kahnbeinpseudarthrose?

Viele der primär nicht erkannten und somit nicht ruhiggestellten Kahnbeinbrüche heilen nicht aus, sondern führen zur Falschgelenkbildung (Pseudarthrose). Die Gefahr hierfür ist aufgrund der besonderen Blutversorgung des Kahnbeins bei körpernahen (proximalen) Brüchen am höchsten.
Aber auch bei erkannten entweder konservativ behandelten oder operativ versorgten Kahnbeinbrüchen kann es zur fehlenden knöchernen Heilung des Kahnbeins kommen.

Symptome: So zeigt sich eine Kahnbeinpseudarthrose

Die Symptome bei einer Falschgelenkbildung sind anfangs häufig nur sehr gering, manchmal besteht zunächst sogar Beschwerdefreiheit. Im Verlauf kommt es jedoch immer wieder zu Beschwerden am daumenseitigen Handgelenk, vor allem unter Belastung. Im Spätstadium treten Bewegungseinschränkung, Kraftverlust und Schwellung auf.

Diagnose: Diese Verfahren geben Aufschluss

Die Kahnbeinpseudarthrose lässt sich auf den Standardröntgenaufnahmen primär erkennen, es werden zur operativen Planung jedoch ergänzend eine Computertomografie (CT) und gelegentlich zur Beurteilung der Durchblutung eine Kernspintomografie (MRT) mit Gadolinium angefertigt.
Junger Mann spielt Tennis auf Außenplatz, zeigt dynamische Bewegung

Behandlungsmethoden einer Kahnbeinpseudarthrose

Die Behandlung ist so gut wie ausschließlich operativ.

Operationsprinzipien bei einer Kahnbeinpseudarthrose

Das Falschgelenk wird ausgeräumt und in die Defektzone entweder ein Stück Knochen aus der Speiche oder dem Beckenkamm eingebracht. Die Stabilisierung erfolgt dann meist mittels Doppelgewindeschrauben, seltener durch Drähte oder eine Platte.

Für heikle Fälle mit bereits nicht mehr durchbluteten körpernahen Kahnbeinanteilen kann ein modernes Operationsverfahren (vaskularisierter Femurspan) angeboten werden, bei dem ein Knochenblock mit definierten Blutgefäßen aus dem körperfernen Oberschenkelknochen entnommen, in den Defekt eingebracht und mithilfe eines Mikroskops und mikrochirurgischer Nahttechniken an die Blutversorgung des Handgelenks angeschlossen wird. Das Knochentransplantat ist somit autark durchblutet und die Heilungschancen sind verbessert.

Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland bietet die Schön Klinik München Harlaching auch das innovative Verfahren einer arthroskopischen Kahnbeinrekonstruktion an. Um die Durchblutung des Kahnbeins zu schonen, wird der Knochen dabei nur über mehrere kleine Schnitte am Handgelenk mithilfe einer Videokamera und spezieller kleiner Instrumente dargestellt und operiert. Diese sehr aufwendige und anspruchsvolle Operation kann zu besseren Behandlungsergebnissen, insbesondere einer besseren Beweglichkeit führen.

Nachbehandlung einer Kahnbeinpseudarthrose

Die Ruhigstellung erfolgt in einer Unterarmschiene mit Daumeneinschluss für sechs bis acht Wochen.
Nach Beendigung der Ruhigstellung sind intensive handtherapeutische Maßnahmen angezeigt, um das durch die Ruhigstellung bedingte Bewegungsdefizit zu verbessern.

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