Nachsorge

Rehabilitation bei Schädel-Hirn-Trauma - Rückkehr in den Alltag

Vom Akutereignis bis zur Anschlussheilbehandlung durchläuft der Patient mehrere Phasen der Reha. Im Idealfall muss er dabei die Klinik nicht wechseln.   
Je früher die Rehabilitation beginnt, desto besser sind die Genesungschancen.
Schon früh beginnen wir in der Schön Klinik daher, die Patienten zu mobilisieren. Dies geschieht mit technischen Hilfsmitteln und bewirkt eine starke Anregung des Gleichgewichtssystems sowie eine allgemeine Aktivierung. 
Damit Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma ihr Bewusstsein rascher wiedererlangen können, kann zudem ein Therapieversuch mit stimulierenden Medikamenten erfolgen. Die weitere Rehabilitation erfolgt individuell auf die Störungsbilder abgestimmt und umfasst neben Physio- und Ergotherapie auch Sprach- und Schluck- sowie neuropsychologische Therapie

Rehabilitation und Nachsorge

Physiotherapie und roboterassistierte Therapie

Die Patienten der Schön Klinik werden schon in der Frührehabilitation von unseren Therapeuten mobilisiert. Dabei werden ihre Arme und Beine bewegt. Durch das passive Ausführen dieser natürlichen Bewegungen „erinnert“ sich das Gehirn eventuell an verloren geglaubte Fähigkeiten und kann sich regenerieren. Unterstützung erhalten die Therapeuten der Schön Klinik von modernster Roboter- und Gerätetechnik: Zum Beispiel können gelähmte oder funktionseingeschränkte Arme mit speziellen Armrobotern trainiert werden. Dadurch werden Nervenzellen angeregt, der Muskelaufbau gefördert und die Koordination verbessert. Ist es dem Patienten möglich, Bewegungen mit weniger Hilfe auszuführen, wird an der Feinmotorik gearbeitet. In unseren Kliniken stehen modernste Therapiegeräte, wie Handtutor, Armroboter, Lokomat, Exoskelette und Spacecurl zur Verfügung.

Schluck- und Sprechtherapie

Viele Patienten kommen mit schweren Schluck- und Atemstörungen in unsere Klinik. Sie müssen künstlich beatmet und ernährt werden. Eines der obersten Ziele der Schön Klinik ist es daher, den Patienten durch die spezielle Schluck- und Sprechtherapie wieder ein selbstständiges Atmen und Schlucken zu ermöglichen. 90 Prozent aller unserer neurologischen Rehapatienten können wieder selbstständig atmen, wenn sie unsere Klinik verlassen. 89 Prozent unserer Patienten können wieder besser schlucken.

Weitere Therapien

Unser Behandlungsspektrum umfasst noch viele weitere Therapien, wie
  •  Ergotherapie mit Hilfsmittelversorgung
  • Physikalische Therapien und Massagen
  • Funktionelle Elektrostimulation
  • Neuropsychologische Trainings
  • Psychologische Therapie
  • Musiktherapie
  • Physiotherapie 
  • Logopädie
  • Brucker-Biofeedback 

Wachkoma (Apallisches Syndrom)

Nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma mit anfänglichem Koma entwickeln manche Patienten eine bleibende schwere Bewusstseinsstörung, ein sogenanntes „Syndrom reaktionsloser Wachheit“ (früher: apallisches Syndrom oder auch Wachkoma) oder ein „Syndrom minimalen Bewusstseins“ (englisch: minimally conscious syndrome). 
Ursache ist eine Entkoppelung weitgehend intakter Hirnstammfunktionen vom geschädigten Großhirn. Im Langzeitverlauf erlangen bis zu 50 Prozent der Patienten ihr Bewusstsein wieder zurück. 
Bei Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen sind intensive Rehamaßnahmen, wie Physio- und Ergotherapie notwendig, um Komplikationen zu vermeiden. Das ist wichtig, denn lange Bettlägerigkeit kann zu Gelenkversteifungen, Osteoporose, einem Rückgang der Herzaktivität, Verdauungsstörungen, Infektionsanfälligkeit und Thrombosen führen. 
Über gezielte Sinnesreize wird die Wahrnehmung angesprochen. Berührungen, Bewegungen, bestimmte Gerüche oder auch Musik sollen die Patienten animieren und einen Kontakt mit der Umwelt anbahnen. 
Inzwischen weiß man, dass Wachkoma-Patienten mehr Bewusstsein haben, als man früher dachte. In der Schön Klinik reden Ärzte, Pfleger und Therapeuten mit den Patienten: Wenn sie das Zimmer betreten, grüßen sie die Patienten, und bevor sie sie berühren, weisen sie die Patienten darauf hin. Unser Team achtet darauf, die Patienten nicht zu erschrecken und sie nur mit warmen Händen zu berühren.
Wichtig sind auch kurze, regelmäßige Besuche durch ein bis zwei Bezugspersonen. Körperkontakt, beruhigendes Ansprechen, das Mitbringen vertrauter Gegenstände, Bilder oder Musik können günstig wirken.