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 Digitale Unterstützung für Patientinnen und Patienten mit Spastik nach Schlaganfall

mHEALTH-SPASTIKMANAGEMENT

Spastik gehört zu den häufigsten und folgenreichsten Komplikationen nach einem Schlaganfall. Etwa 40 Prozent der Betroffenen entwickeln im Verlauf eine post-stroke Spastizität (PSS), die Bewegungsfreiheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität deutlich beeinträchtigt. Trotz klarer Behandlungsleitlinien wird die Versorgung häufig zu spät oder unzureichend umgesetzt. Gründe sind unter anderem mangelnde Sensibilisierung, eingeschränkte Therapiekoordination und Defizite in der Kommunikation zwischen Klinik, ambulanter Nachsorge und Patientinnen und Patienten.

Ziele des Projekts

Das Projekt mHealth SpastikManagement untersucht die Machbarkeit (Feasibility) und Benutzerfreundlichkeit (Usability) einer kostenlosen App (https://www.spastik-app.de/), die Patientinnen und Patienten nach Schlaganfall bei der Erkennung, Selbsteinschätzung und Verlaufsdokumentation von Spastik unterstützt. Ziel ist es, eine digitale Brücke zwischen der stationären Rehabilitation und der ambulanten Nachsorge zu schaffen. Durch die kontinuierliche Selbstbeobachtung und das digitale Feedbacksystem soll die App zur frühzeitigen Erkennung, besseren Aufklärung und leitliniengerechten Behandlung von Spastik beitragen.

Aufbau und Funktionsweise

Die App ermöglicht eine Selbsteinschätzung der Spastik über ein einfaches Ampelsystem und begleitet Patientinnen und Patienten bei der Verlaufskontrolle ihrer Symptome. Ergänzend dazu können standardisierte Fragebögen zur funktionellen Beeinträchtigung und Motivation direkt in der App ausgefüllt werden. Die Anwendung wurde interdisziplinär entwickelt und richtet sich an Schlaganfallpatientinnen und -patienten in der Akut- und Rehabilitationsphase sowie an Therapeutinnen und Therapeuten sowie Ärztinnen und Ärzten, die den Verlauf mitverfolgen können.

Usability- und Feasibility-Studie

Im Rahmen des Projekts wird untersucht, wie gut die App im Alltag angewendet werden kann, wie verständlich die Bedienung ist und wie motivierend die Nutzung für Betroffene wirkt. Dabei werden auch Faktoren wie Arbeitsbelastung, Technikaffinität und Nutzerfreundlichkeit berücksichtigt. Ziel ist es, die Spastik-App so zu gestalten, dass sie auch für Menschen mit motorischen oder kognitiven Einschränkungen gut nutzbar ist.

Zur Bewertung der Benutzerfreundlichkeit und Anwendbarkeit werden etablierte Instrumente eingesetzt:

  • System Usability Scale (SUS) zur Beurteilung der Bedienbarkeit,
  • NASA-TLX zur Erfassung der subjektiven Arbeitsbelastung,
  • Intrinsic Motivation Inventory (IMI) zur Analyse der intrinsischen Motivation,
  • Technikaffinitätsskala (TA-EG) zur Einschätzung der digitalen Kompetenz,
  • Fragebogen zur funktionellen Behinderung (in der App integriert, nach Ampelsystem).

Diese Daten dienen der Identifikation von Barrieren, fördernden Faktoren und potenziellen Anpassungen, um die App langfristig in die Versorgungsstrukturen zu integrieren.

Bedeutung für die Versorgung

Das mHealth SpastikManagement-Projekt leistet einen Beitrag zur Digitalisierung der neurologischen Rehabilitation. Durch die Implementierung einer mobilen Gesundheitstechnologie sollen Informationslücken zwischen Akutklinik, Reha und ambulanter Nachsorge geschlossen werden. Die App fördert zudem das Bewusstsein für Spastik, unterstützt PatientInnen bei der Selbstbeobachtung und ermöglicht Therapeutinnen und Therapeuten sowie Ärztinnen und Ärzten eine strukturierte Verlaufserfassung.

Die Ergebnisse der Usability- und Feasibility-Studie bilden die Grundlage für eine weiterführende Implementierungsstudie.

Das Projekt hat am 1.10.2025 gestartet.