EKG PER SMARTPHONE | INTERVIEW

Mit der Smartwatch dem Vorhofflimmern auf der Spur

Prof. Dr. Peter Radke, Chefarzt in der Schön Klinik
Selbst ist der Patient: Digitale Gesundheitshelfer wie Apps und Wearables unterstützen zunehmend bei der Prävention von Krankheiten und in der Therapie. Ein Beispiel: Mit der neuen Generation können Nutzer der Apple Watch selbst ein EKG erstellen – und so Hinweise auf eine mögliche Herzerkrankung erhalten.

Prof. Dr. Peter Radke, Chefarzt für Kardiologie und Innere Medizin in der Schön Klinik und Vorsitzender des Ausschusses für e- und m-health der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, hat sich genauer mit der neuen Technologie und ihren Chancen für die Früherkennung von Vorhofflimmern auseinander gesetzt.  

Wie funktioniert ein EKG per Smartwatch?

Auf der Rückseite der neuen Apple Watch 4 befinden sich zwei LED-Lampen und zwei Sensoren. Diese erfassen die Blutmenge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt durch das Handgelenk fließt. Für die Messung müssen Sie den Finger 30 Sekunden lang auf die Krone der Uhr legen, bis ein Kurzzeit-EKG erstellt wird.

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„Apple stößt mit seiner Technologie eine neue Tür für das Monitoring der Herzfrequenz auf.“

Wie zuverlässig ist diese Art von EKG?

Es ist natürlich eine vereinfachte Form eines EKGs. Bei einem normalen EKG findet eine 12-Kanal-Messung statt, die Apple Watch kann nur ein 1-Kanal-EKG erstellen. Daher sollte man das EKG als eine Art Screening verstehen. Es weist den Uhrenträger bei Unregelmäßigkeiten darauf hin, dass mit seiner Herzfrequenz etwas nicht stimmt und er einen Arzt für eine medizinische Abklärung aufsuchen sollte.

Was kann die Lösung aus Ihrer Sicht als Arzt bringen?

Die Apple Watch kann zwar nicht den Arztbesuch ersetzen, aber sie kann einen frühen Hinweis auf Herzrhythmusstörungen geben und durch die Aufzeichnung von Herzrhythmusdaten den betreuenden Arzt in der Diagnose und ggf. auch in der Therapiekontrolle unterstützen.

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