Behandlungsmethoden

Gewohnte-Ablaeufe-in-den-Griff-bekommen

Denkleistung und Alltagskompetenz möglichst lange erhalten

Demenz behandeln – dazu steht uns eine Reihe nicht medikamentöser Therapieformen und neu entwickelter Arzneimittel zur Verfügung. Damit können wir das Fortschreiten kognitiver Störungen verzögern und dem Verlust an Alltagskompetenz entgegenwirken. 

Die Therapie steht auf drei Säulen:
  • medikamentöse Therapie
  • psychologische Interventionen
  • ökologische und soziale Interventionen

Konservative Behandlungsmethoden

Medikamentöse Therapie

Ziel der medikamentösen Behandlung demenzieller Erkrankungen ist es bisher, die Symptome der Krankheit zu mildern und die Lebensqualität zu verbessern. Zugelassen zur Behandlung der Alzheimer-Demenz ist das Medikament Memantin und drei sogenannte Cholinesterasehemmer (Donepezil, Galantamin, Rivastigmine). Diese beeinflussen die Nervenüberträgerstoffe beeinflussen, die wiederum für das Gedächtnis wichtig sind. 

Psychologische Interventionen

Es gibt zahlreiche weitere aktive Formen der Demenz-Therapie, die sich positiv auf die Krankheitsbewältigung, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen sowie ihrer Betreuungspersonen auswirken können. 

Hilfe bei Demenz im Anfangsstadium: 
  • Verhaltenstherapeutische Kompetenztraining (VKT)
    Hier werden Patienten darin unterstützt, Belastungen zu bewältigen, persönliche Ressourcen zu mobilisieren und depressiven Symptomen entgegenzuwirken.
  • Validation
    Hier wird versucht, die Bedürfnisse der Betroffenen unvoreingenommen zu verstehen und zu spiegeln.
  • Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET) 
  • Biographieorientierte Erinnerungstherapie
    Hier stehen persönliche Identität, Stetigkeit und zusammenhängende Gedankengänge im Mittelpunkt.
  • Musik-, Tanz- und Maltherapie
    Hier werden neue Wege der Verständigung eröffnet.

Ökologische und soziale Interventionen

Optimal für Demenzkranke ist eine materielle Umwelt, die sich dem Krankheitsverlauf anpasst. Sie sollte sowohl beschützenden als auch stimulierenden Charakter haben. Dies kann geschehen durch eine warme häusliche Atmosphäre, angepasste Beleuchtung und Temperatur, eine anregende Geräuschkulisse und angenehme Düfte. Die Umgebung sollte übersichtlich sein, so dass sich die Patienten gut orientieren können. Es sollte ausreichend Bewegungsfreiheit herrschen und auch Rückzugsmöglichkeiten geben. Wichtig sind zudem soziale Kontakte und Besuche der Angehörigen. Auch der Kontakt mit Tieren tut Demenzkranken gut und vermittelt Lebensfreude .

Selbsterhaltungstherapie (SET) zur Bewahrung des „Selbst“

Ziel dieses Betreuungskonzepts ist es, das „Selbst“ der Patienten zu erhalten. Das „Selbst“ ist nötig, um Informationen über die eigene Person und die Umgebung aufzunehmen, zu verarbeiten und aufrechtzuerhalten. Es schafft die Voraussetzungen, um Entwicklungen von Situationen vorauszusagen, Entscheidungen zu fällen, Haltungen einzunehmen und sich zu orientieren. Es ist abhängig von Selbstwert, Selbstsicherheit und Selbstständigkeit der eigenen Person. Ein stabiles „Selbst“ hat positiven Einfluss auf das Selbstwertgefühl und die Identität und bedingt so auch Stimmung und Verhalten. 

In unserem Alzheimer-Therapiezentrum der Schön Klinik Bad Aibling praktizieren wir die SET erfolgreich im Rahmen eines vierwöchigen stationären Behandlungsprogramms. Dieses richtet sich sowohl an den Demenz-Patienten als auch an die ihn betreuende Person. Neben der SET stehen die Diagnoseüberprüfung und die medikamentöse Therapie im Mittelpunkt. Daneben gibt es Einzel- und Gruppentherapien sowie Beratungsgespräche zu Themen wie der Planung des Alltags oder externen Hilfen.