Alkoholsucht

Schnell zurück ins Leben

Der Konsum von Alkohol ist in Deutschland fest in der Gesellschaft etabliert. Jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt knapp 136 Liter alkoholhaltige Getränke in einem Jahr. Das entspricht über zehn Litern reinem Alkohol. Gerade bei Hektik und Stress greifen viele Menschen zu alkoholischen Getränken. Die Wahrscheinlichkeit, gesundheitliche Probleme zu bekommen, steigt. Bei Männern führt schon ein durchschnittlicher Konsum von 24 Gramm pro Tag zu einem erhöhten gesundheitlichen Risiko. Bei Frauen reicht dafür sogar schon die Hälfte.

Auf unserer psychiatrischen Spezialstation 2E für qualifizierten Entzug (QE) und die Behandlung von Doppeldiagnosen (Borderline-Erkrankung und Sucht nach dem DBT-S-Konzept) arbeitet ärztliches und therapeutisches Personal mit großer Expertise in der Therapie von Abhängigkeitserkrankungen. Mit unserem modernen, wissenschaftlich fundierten und zertifizierten Suchttherapie-Konzept helfen wir Ihnen, neue Wege zu finden und zu beschreiten.

Wie steht es um Ihren Alkoholkonsum? Machen Sie den Test:
Mit dem von der WHO entwickelten Alkoholsucht Selbsttest (AUDIT = Alcohol Use Disorders Identification Test) können Sie eine erste Einschätzung Ihrer Trinkgewohnheiten erhalten.

Fachlich geprüft von Dr. Alexander Spauschus

Wann spricht man von Alkoholsucht?

Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland gelten als alkoholabhängig. Ca. 300.000 davon befinden sich in Behandlung. Im Schnitt wird eine Alkoholabhängigkeit erst nach 10 bis 15 Jahren behandelt.

Aber ab wann liegt eine Alkoholabhängigkeit vor? Die Entstehung einer Alkoholabhängigkeit ist eine schleichende, individuell verlaufende Entwicklung. Sie wird oft lange nicht erkannt oder verleugnet. Weder eine bestimmte Menge Alkohol noch das Auftreten von Entzugserscheinungen sind zwingende Voraussetzungen. Eine Alkoholabhängigkeit besteht, wenn während des vergangenen Jahres mindestens drei der sechs Diagnosekriterien gleichzeitig vorliegen:

  1. Starkes Verlangen oder ein Zwang, Alkohol zu konsumieren
  2. Toleranzentwicklung: Es sind zunehmend größere Mengen Alkohol nötig,um eine Wirkung zu erzielen.
  3. Fortgesetzter Alkoholkonsum, obwohl Folgeschäden bestehen
  4. Schwierigkeiten, den Beginn, die Beendigung und die Menge des Konsums zu kontrollieren
  5. Körperliche Entzugssymptome, wenn kein oder weniger Alkohol getrunken wird
  6. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Alkoholkonsums
Mann im blauen Hemd sitzt am Tisch und hält ein Glas mit Alkohol, blickt ernst darauf

Ursachen: Viele Faktoren begünstigen eine Alkoholsucht

Bei der Entstehung einer Alkoholabhängigkeit nehmen Persönlichkeit, Vererbung und Schicksalsschläge zwar Einfluss, entscheidend sind aber immer individuelle Lernprozesse. Diese können auch bei scheinbar unauffälligen Lebensläufen zu einer Abhängigkeitsentwicklung führen.

Über die Bindung an verschiedene Rezeptoren des Gehirns erzeugt oder verstärkt Alkohol angenehme Zustände oder verringert negative Gefühle. Dadurch wächst die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Konsums.

Bei regelmäßigem Trinken entwickelt sich außerdem eine Toleranz, sodass eine immer größere Menge Alkohol erforderlich wird, um die gleiche Wirkung zu erzielen, oder beim Absetzen Entzugsbeschwerden auftreten. Langfristig kommt es durch strukturelle Veränderungen im Gehirn zur Ausbildung des Suchtgedächtnisses, das sich nicht mehr so einfach löschen lässt und auch für Rückfälle nach längerer Abstinenz verantwortlich gemacht wird. Bei der Entstehung der Alkoholkrankheit (auch Alkoholsucht oder Alkoholabhängigkeit) spielen sowohl psychische, körperliche als auch soziale Faktoren eine Rolle. Faktoren, die Einfluss auf die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit haben:
  • genetische Veranlagung
  • schwierige soziale Situation
  • Geschlecht
  • psychische Erkrankungen
  • Gruppenzwang
  • kulturelle Einflüsse
  • psychische Traumatisierung

Alkoholsucht: Symptome und Komplikationen, die bei chronischem Alkoholkonsum auftreten können

Wer zu viel trinkt, senkt seine Lebenserwartung erheblich. Alkohol wird für mehr als 200 Krankheiten mit verantwortlich gemacht, er schädigt nahezu jedes Organ.
Besonders häufige körperliche und psychische Folgen:

Zudem hat Alkoholabhängigkeit auch soziale Folgen:

  • Gefährdung des Arbeitsplatzes durch verminderte Leistungsfähigkeit und Arbeitsqualität
  • Co-Abhängigkeit der Lebenspartner und Kinder
  • Abnahme der sozialen Kontakte
  • Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit
  • hohe Unfallgefährdung
  • verminderte Wahrnehmung
  • längere Reaktionszeiten

So stellen wir eine Alkoholsucht fest

Basis der Behandlung in den Schön Kliniken ist neben der körperlichen Entgiftung die individuelle Beratung und Unterstützung auf dem Weg aus der Abhängigkeit. In regelmäßigen ärztlichen Sprechstunden werden akute körperliche und psychische Begleiterkrankungen diagnostiziert und behandelt. Psychoedukative Gruppen informieren über Abhängigkeitserkrankungen und stärken die Motivation für Veränderungen. Ärztliche Einzelgespräche und Bezugspflegegespräche helfen dabei, den individuellen Weg aus der Abhängigkeit zu finden und möglichst konkrete Schritte für die weiterführende Therapie nach der Entlassung zu planen.
Erwachsene sitzen in Stuhlkreis in hellem Raum, Mann im karierten Hemd und Frau im „ARMY“-Hoodie hören aufmerksam zu, Gruppentherapie
Glückliches Paar mittleren Alters lacht im Sonnenlicht im Grünen

Durch qualifizierten Entzug raus aus der Abhängigkeit

Die Behandlung der Alkoholsucht in den Schön Kliniken zeichnet sich durch eine kurze Dauer mit hoher Therapiedichte aus. So entstehen keine langen Ausfallzeiten für Beruf und Familie.

Schon während der Phase der Alkoholentgiftung wird mit der eigentlichen Suchttherapie begonnen. Neben der Behandlung von Entzugssymptomen und anderen körperlichen Folgen des Alkoholkonsums sowie dem Aufbau einer stabilen Veränderungsmotivation wird von Anfang an auch die Abhängigkeit therapiert. Dabei berücksichtigen wir immer auch die psychischen und sozialen Dimensionen der Erkrankung.

Im Rahmen der stationären Psychotherapie wird die Fähigkeit zur Abstinenz entwickelt. Dazu geht es im Kern um das verhaltenstherapeutische „Umprogrammieren“ des Suchtgedächtnisses sowie das psychische Training für ein erfülltes Leben ohne Alkohol.

Wir nehmen uns Zeit für Sie – nutzen Sie unser Kontaktformular für weitere Informationen oder unseren Online-Service der Schön Klinik Beratung.

Das Suchttherapiekonzept

In einer intensiven Therapie werden kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren und motivationsfördernde Interventionen durchgeführt und mit modernstenAnsätzen kombiniert. Achtsamkeitsbasierte Rückfallprävention und Biofeedbacktherapie unterstützen die Verringerung und schließlich die erfolgreiche Bewältigung des Alkoholverlangens. Die Behandlung wird auf die individuelle Situation und Motivationslage des Patienten beziehungsweise der Patientin abgestimmt und setzt sich daher aus unterschiedlichen Elementen zusammen:
  • Entzugsbehandlung, mit oder ohne Medikamente
  • Akupunktur
  • Psychotherapie als Einzel- und Gruppentherapie
  • Biofeedbacktherapie
  • Achtsamkeitstherapie
  • Sozialberatung
  • Social Skills Training
  • Entspannungstraining
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Kunsttherapie
  • Ernährungsberatung, Genusstraining
  • Mitbehandlung von psychischen Begleitstörungen, wie Angst und Depression
  • Mitbehandlung von körperlichen Alkoholfolgekrankheiten
Die einmalige Kombination hochwirksamer Therapien erhöht die Chance, schon nach relativ kurzer Zeit ohne Alkohol leben zu können.

Beste personelle Ausstattung und Qualifikation

Die Suchttherapie in unserer Entzugsklinik wird durch ein multiprofessionelles Behandlungsteam unter chefärztlicher Leitung durchgeführt. Zum Team gehören Fachärztinnen und -ärzte für Psychiatrie und Innere Medizin, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und speziell ausgebildetes Pflegepersonal. Diese werden unterstützt durch verschiedene Fachtherapeutinnen und -therapeuten, Sozial- und Ernährungsberaterinnen und -berater.

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